Ashtangayoga is 99% practice – 1% theory [Sri K. Patthabi Jois]

Ashtangayoga ist ein uraltes Yogasystem, welches von dem Weisen Vamana Rishi in der Yoga Korunta [alte Schriften auf Palmblättern, leider zerfallen] gelehrt wurde. Dieser Text wurde dann wiederum im frühen 19. Jahrhundert an Sriman T. Krishnamacharya durch seinem Guru Rama Mohan Brahmachari weitergegeben und fand dann schliesslich 1927 zu Patthabi Jois (* Juli 1915 † 18. Mai 2009), während dieser intensive Studien bei Krishnamacharya unternahm.
Patthabi Jois reiste ca. 80 Jahre von Kontinent zu Kontinent, um Ashtanga Vinyasa Yoga auf Geheiß seines Lehrers Krishnamacharya zu etablieren. Auch nach seinem Tod verliert sein Wirken und Verdienst um Ashtanga kaum an Strahlkraft. So dass sich, Ashtanga Vinyasa Yoga weiterhin extrem schnell um den Globus verbreitet und basierend auf dieser dynamischen Yogaform ganz neue Yogaformen entstehen.

Ashtanga Vinyasa Yoga basiert physisch gesehen auf der Yoga Korunta als auch philosophisch betrachtet auf den Yoga Sutras von Patanjali [Raja-Yoga-System] und dient der totalen Reinigung des Körpers, Nervensystems und Geistes sowie der Überwindung der 6 Gifte unserer menschlichen Existenz, welche da sind:
Verlangen, Ärger, Selbsttäuschung, Gier, Neid und Trägheit.
Die Praxis des Ashtanga Yoga soll diese auslöschen.

Ashtanga Yoga bedient sich dabei der Techniken der Ujjayi Atmung [hälftiger Verschluss der Luftröhre mittels Epiglottis], der Vinyasas [rhythmisches Verbinden von Atmung und Bewegung] und auch der Bandhas [Übungen zur bewussten Steuerung des Energieflusses], um den Körper und Geist von den Störungen des Bewusstseins zu befreien, die Patanjali in seinen Yogasutras beschreibt.

Dieser Yoga sollte daher NUR von autorisierten und ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden, die jahrzehntelange Übungspraxis und autorisiertes Wissen über diese Yogaform erlangt haben.

Hatha- Yoga fasst alle Systeme des Yogas zusammen, die sich mit den körperlichen Aspekten des Yogaweges befassen.
Jedoch versteht man hier bei uns jenes Yogasystem, welches eine Körperstellung [Asana] einnimmt und danach eine innere Reflexion derselben vornimmt.

Hatha-Yoga im populären Sinne meint also jene Techniken des Yogas, die seriell hintereinander, den von Patanjali formulierten achtteiligen Pfad des Asana [Körperstellung],
Pranayama [Atemübungen],
Pratyahara [Zurückziehung d. Sinne v.d. Aussenwelt],
Dharana [Konzentration],
Dhyana [Meditation]
und Samadhi [ erstes Stadium der Einheit mit sich und allem].

Im Hatha-Yoga wird der Yogaweg traditionell gelehrt, d.h. erst langes Studium der Körperstellungen, allmähliche Vorbereitung des Körpers auf die sehr feinen Pranayama-Übungen, dann schrittweises Herantasten an Pratyahara während der Entspannung [Yoga-Nidra->Schlaf des Yogis], welches dann in der Konzentration und schließlich in der Meditation gipfelt.
Hatha-Yoga bereitet also den Körper in seiner grobstofflichen Existenz auf die feinstofflicheren Aspekte vor und wird dann zuletzt immer feiner und energetischer.

Ashtanga-Vinyasa-Yoga wendet diese Techniken parallel an, dennoch öffnet sich der Körper und Geist auch erst nach und nach für die mächtigen Werkzeuge des wundersamen Ashtanga-Vinyasa-Yogas. Und auch erst nach Jahren des täglichen hingebungsvollen, unbeirrten Übens tun sich die höheren Pforten unseres Daseins vor uns auf und wir dringen durch Yoga in Dimensionen unseres Seins vor, die wir nie für möglich gehalten haben. Und Yoga überrascht uns immer wieder, indem diese Vorstellungen von der Wirklichkeit noch um ein Vielfaches übertroffen werden.

Wer aber nur Linderung von seinen Rückenbeschwerden oder einfach Entspannung sucht, auch der wird im Yoga ein vollkommenes System zur Überwindung seiner Beschwerden finden.
Denn Yoga ist das einzige System, das den Körper von innen nach aussen aufbaut und ist mittlerweile berühmt und anerkannt für seine therapeutische Tiefenwirkung. .....................................................................................................................................

ASHTANGA-YOGA-ANFANGSMANTRA

Om
vande gurunam caranaravinde
sandarshita svatma sukha va bodhe
nih sreyase jangalika yamane
samsara halahala mohasahantyai

abahu purushakaram
shankacakrasi dharinam
sahasra shirasam svetam
pranamami Patanjalim
Om

Deutsch:
Ich bete zu den Lotusfüßen
des höchsten Guru, der die Weisheit lehrt
den Weg aufzeigt zur Erkenntnis des größten
Glücks - der Erweckung des Selbst.
Er ist der Arzt im Dschungel und in der Lage
das Gift der Unwissenheit und Konditionierung
zu entfernen.

Ich wende mich an Patanjali,
eine Inkarnation des Adisesa,
weiß in seiner Farbe mit
tausend leuchtenden Köpfen.
Unterhalb der Schultern hält
er ein Schwert [Erkenntnis],
ein brennendes Rad
[eine Scheibe des Lichts=unendliche
Zeit] und ein Horn [göttlicher Ton].
Ihm wende ich mich zu und
bete ihn an.
OM.